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Fischbacher Wanderhütte

Foto: Katja Schramm

Herr Frank Arnrich - Fischbacher Wanderverein

Mittelstr. 2
36452 Kaltennordheim OT Fischbach/Rhön

Basaltstein und eisiger Luft auf der Spur

 

 

Die "Fischbacher Hütte" hat immer sonntags geöffnet und feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag

 

Von Katja Schramm

 

Fischbach - versteckt im Wald, um Umpfenberg gelegen, ist die "Fischbacher Hütte" zu finden. Eingebettet im ehemaligen Basaltsteinbruchgelände, umgeben von einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt ist die Wanderhütte ein beliebter Treffpunkt am Sonntagnachmittag. Von Kaltennordheim kommend führt der Rhönklubwanderweg am Buchenhain vorbei. Das Sängerhäuschen dort ist zwar nur an Himmelfahrt bewirtschaftet, lädt aber mit den umliegenden Sitzgelegenheiten den Wanderer an diesem stillen Ort zu einer ersten Rast ein. Eine gute halbe Stunde ist seit dem Aufbruch in der Rhönstadt vergangen und etwa genauso lang dauert es noch einmal bis zum Ziel: die "Fischbacher Hütte". Auf dem Weg dorthin bieten die Bäume ausreichend Schutz vor großer Sonneneinstrahlung. Die mit tiefgrünen Moos bewachsenen Basaltsteine reihen sich aneinander und lassen nur erahnen, wie lange sie dort schon liegend die unzähligen Wanderer still begrüßen. Steine als Zeitzeugen, als am Umpfen noch Basalt abgebaut wurde, ist das Landschaftsbild geprägt durch die ehemaligen Bergbauarbeiten. Auch dort wo heute die "Fischbacher Hütte" steht, die einst als Trafostation diente.

 

Auf den letzten Metern, auf denen das Dach der Hütte zwischen den Bäumen hervorlugt, erwartet den Wanderer noch eine erfrischende Besonderheit - Eislöcher!

 

                                             Eislöcher

 

Auf der rechten Seite, an einer Blockhalde, dringt kühle Luft aus einem Spaltensystem zwischen den Basaltsteinen hervor. Bis in den frühen Sommer hinein ist rund um die Löcher noch Eis zu sehen, die Temperaturen ganzjährig deutlich frischer. Ein Phänomen, das mit dem physikalischen Prinzip der Windröhre erklärt wird.

 

Wen es dabei fröstelt, ist in der "Fischbacher Hütte" warm aufgehoben. Dafür sorgt der Kamin, der gerade in den kalten Zeiten für Gemütlichkeit sorgt. 20 Sitzplätze gibt es in der Hütte, die ganzjährig immer sonntags geöffnet ist. Wenn es das Wetter zulässt, werden auf der Terrasse Tische und Bänke aufgebaut, während drinnen der Kaffee durchläuft, der von den Mitgliedern des Fischbacher Wandervereins serviert wird. Dazu gibt es selbstgebackenen Kuchen, andere Getränke und Bockwurst für den kleinen Hunger. Die Wanderer sind begeistert von der Fischbacher Hütte als "wunderbares Wanderziel". Viele kommen regelmäßig hierher - aus Richtung Fischbach ist die Hütte in einer guten halben Stunde erreicht, ebenso von der "Rhönbrise", von der anderen Seite des Umpfens bei Kaltenlengsfeld und eben aus Kaltennordheim. Von dort kommen auch die Kindergartenkinder, die von Frühjahr bis Herbst jede Woche einmal zur "Fischbacher Hütte" ziehen. Mit dem Bus bis Fischbach, wandern sie die Strecke bis nach Kaltennordheim zurück. Es ist ein Waldtag des Kaltennordheimer Kindergartens, der für viele Mädchen und Jungen nicht mehr wegzudenken ist. Sie kennen den Wanderweg genau, erleben unterwegs die Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet und machen regelmäßig Rast, auch an der "Fischbacher Hütte".

 

Vor 30 Jahren wurde die ausgediente Trafostation vom Fischbacher Wanderverein als Hütte umgebaut. Das war 1983 - gleichzeitig das Gründungsjahr des Vereins. Ein guter Grund zum Feiern. Das Jubiläum wird am 09. Juni mit einem Festgottesdienst und einem zünftigen Fest begangen. Ein Anlasse mehr, sich auf den Weg zu machen, auf den Spuren längst vergangener Zeiten zu wandeln, Flora und Fauna des Biosphärenreservates Rhön zu erkunden und die Besonderheiten rund um die Wanderhütte zu entdecken.