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Sozialhaltestelle Kaltenlengsfeld

Einheitsgemeinde Kaltennordheim, den 20.01.2017

Die kleineren Orte der Rhön haben in den letzten 25 Jahren einen Großteil ihrer Einzelhandelsstruktur verloren. Gleichzeitig stieg die Zahl der Senioren, die mangels eigener Mobilität auf Hilfe zur Sicherstellung ihrer Versorgung angewiesen sind. Diese wünschen sich zudem neben der reinen Versorgungsaufgabe des Einzelhandels auch Kommunikationstreffpunkte. Das Gespräch beim Einkaufen im kleinen Laden mit den Nachbarn und Bekannten findet in den großen Discountern aufgrund der Anonymität nicht mehr statt. Der Aufbau von Einzelhandelsstrukturen in den Ortsteilen wird nach Analyse der Kaufkraft als nicht tragfähig gesehen. Somit müssen neue Konzepte erdacht werden. Mobile Versorger gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. So sind inzwischen nicht mehr nur die klassischen Bäckerautos sondern auch Spezialhändler wie Gärtnerei etc. anzutreffen. Mit einem Modellprojekt wurde in Kaltenlengsfeld ein zentraler Anlaufpunkt als Sozialhaltestelle gebaut, der von den mobilen Versorgern künftig angefahren werden kann und an dem die Senioren eine überdachte Unterstellmöglichkeit mit Sitzgelegenheiten und Tisch vorfinden. Für die mobilen Versorger gibt es Stromanschlüsse, einen befestigten Haltepunkt sowie eine Schautafel, an der sie die Anfahrtszeiten und ihr Angebot aushängen können. Damit finden die Versorger optimale Bedingungen vor.

 

Die Stadt Kaltennordheim verfolgte das Ziel einer nachhaltigen Projektrealisierung und versuchte daher Synergieeffekte zu schaffen, in der Form, dass das Gebäude mehrfach genutzt werden kann. So dient die Sozialhaltestelle gleichzeitig als Wartehäuschen für den Öffentlichen Personennahverkehr.

 

Das Projekt wurde als Modellprojekt zur Gestaltung des demografischen Wandels in Thüringen beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft eingereicht und von der Expertenjury als förderwürdig eingestuft. Das Projekt wurde bei Gesamtkosten von 12.500 € mit insgesamt 10.000 € gefördert.

 

Nach Ausschreibung erhielten die Firmen Tiefbau Breunung aus Fischbach und Metallbau Beck aus Frankenheim den Zuschlag zur Realisierung. Nach knapp 6 Wochen Bauzeit konnte am 20.12.2016 die Sozialhaltestelle übergeben werden. Bürgermeister Erik Thürmer und Ortsteilbürgermeister Klaus Hesse bedankten sich bei Matthias Neundorf von der Firma Metallbau Beck, welche die Sozialhaltestelle nach Vorgabe der Stadt technisch konzipiert hatte. Waltraud Ebert und Ewald Mittelsdorf aus Kaltenlengsfeld waren ebenfalls gekommen um das erste Mal probesitzen zu können. Beide freuten sich über das Projekt bei dem die Senioren der Stadt im Fokus standen.